Wohnbauprojekt “sirius” in Wiener Seestadt Aspern

Das Ensemble sirius setzt sich aus dem Gästehaus der Universität Wien und der TU Wien, bestehend aus rund 140 Serviced Apartments mit eigenem Concierge-Service, 113 freifinanzierten Eigentumswohnungen sowie unterschiedlichen Büro-, Handels- und Gewerbeflächen, zusammen. Neben einem modernen Mehrzweck-Turnsaal wird auch eine Volkshochschule mit umfangreichem Angebot vor Ort eingerichtet.



Rundum Wien gehen – geht das?

Wanderung Rund um Wien in sechs Tagesetappen

Eine Wanderung Rund um Wien machen und die österreichische Bundeshauptstadt Wien im Gehen so von allen Seiten kennen lernen?

Eine gute Idee. Neben Routen wie z.B. Rundumadum oder Rundum Wien mit bis zu 24 Etappen, gibt es auch eine Wanderung RundUmWien in 6 Tagesetappen. Man wandert dabei im Schnitt ca. 20 km am Tag. Die Wanderstrecke um Wien, entlang der Grenze zu Niederösterreich,  hat eine beachtliche Länge von 120 Kilometer.

Hier geht’s zur Wanderung rund um Wien in sechs Tagesetappen.

Wer kontrolliert den Wiener Prater?

Der Prater in Wien
Vergnügungspark Wiener Prater

Wer kontrolliert den Prater in Wien?

Einmal im Jahr begeht der Magistrat mit einer Kommission den Vergnügungspark. Wie genau geprüft wird, darüber gibt es höchst unterschiedliche Angaben.

Der Todesfall im Überkopf-Karussell des Wiener Wurstelprater wirft eine Reihe von Fragen auf: Wie sicher ist das Fahrgeschäft? Wer wartet, wer kontrolliert? Wer überwacht die Abläufe, die den vielen Besuchern reines Vergnügen bereiten sollen? Wer achtet darauf, dass nicht Kinder oder angeheiterte Personen den Attraktionen gefährlich nahekommen können? Denn selbst wenn der 34-jährige Mann am Karsamstag des Jahres 2010 nicht aus der Gondel gestürzt, sondern, wie zunächst behauptet, in angeheitertem Zustand in die Gondeln gelaufen wäre, stellt sich die Frage, ob die Absperrung in der nach wie vor bestehenden Form ausreicht.

Schwere Vorwürfe

Im Zuge der Recherchen hat Addendum in den vergangenen Wochen mit zahlreichen Arbeitern gesprochen, die im Prater beschäftigt waren. Diese berichten über Missstände, die sich dort zugetragen haben sollen: Für Betreiber sei es am wichtigsten, dass der Fahrbetrieb ständig am Laufen sei. Es gehe ihnen hauptsächlich ums Geld. Sie würden Investitionen und Reparaturen aufschieben. Manchmal müssten Arbeiter während des Fahrbetriebs Hand anlegen, damit keine Pausen entstünden. Das sei dann gefährlich, berichten mehrere Ex-Schausteller übereinstimmend. Einer erzählt Addendum, dass er Reparaturen habe machen müssen, für die er nicht qualifiziert gewesen sei. Es sei eben niemand anderer da gewesen.

Die heutige Betreiberin des Extasy sagt, dass sie in den letzten Jahren beträchtliche Summen in die Sicherheit investiert habe.

Hans Vaclavic zählte zu den wenigen ganzjährig angestellten Fachkräften mit technischer Ausbildung. Der Maschinenschlosser, der bis vor kurzem sieben Jahre lang bei einem Praterbetrieb, der auch das Extasy betreibt, beschäftigt war, berichtet aus der Kontrollpraxis. Tenor: Weder die für die Stadt Wien prüfende Magistratsabteilung 36 noch der von den Betreibern beauftragte Sachverständige, der laut Gerichtssachverständigenliste unter anderem „Schaustellerbetriebe und Vergnügungsunternehmungen“ zu seinen Fachgebieten zählt, hätten in der Praxis penible Prüfungen zum Zustand der Anlagen durchgeführt.

Wie sehen die Kontrollen tatsächlich aus?

Der Wiener Praterverband erklärt, alles sei sicher, alle Betriebe würden – je nach Bescheid – ein- bis dreimal pro Jahr vom Gutachter geprüft. Der Chef des Schaustellerverbandes meint, das Vergnügen im Prater sei „sicherer als Bahnfahren“. Einen Überblick über die Qualifikation der im Prater beschäftigten Arbeiter gebe es nicht, das Problem sei jedoch, dass „selbst ein Diplomingenieur der Technik aufgrund des nicht anerkannten Berufes des Schaustellers im Prater als Hilfsarbeiter gelten würde“.

Die Magistratsabteilung schweigt

Eine schriftliche Anfrage bei der MA 36 vom 24. April blieb unbeantwortet. Auch telefonische Nachfragen liefen ins Leere. Wir hätten gerne gewusst, ob die jährliche Begehung durch ihre Kommission ausreiche und was alles genau getestet würde. Und wie der Magistrat die Aussagen vieler ehemaliger Schausteller zu herabstürzenden Fahrteilen und minderqualifizierten Mitarbeitern kommentieren würde. Dafür erfuhren wir von einem Prater-Insider, dass kurz nach unserer Anfrage an die städtische Behörde offenbar ein Kontrollor zu mehreren Praterbetrieben geschickt worden sei.

Ein ehemaliger Saisonarbeiter berichtet, dass es bei Wartungsarbeiten immer wieder zu gefährlichen Situationen gekommen sei. Auch durch Drogen- und Alkoholkonsum von Mitarbeitern.

Die Betreiberin verweist darauf, dass es ein striktes Verbot von Alkohol und Drogen gebe. 2017 sei es zu drei Verwarnungen gekommen. Wegen leerer Bierdosen im Kassahäuschen. Ein Mitarbeiter sei abgemeldet worden. Sie spreche zudem täglich mit ihren Mitarbeitern, ein aktueller Alkoholkonsum würde ihr auffallen.

Der Gutachter wird selbst gewählt

Interessant erscheint im Zusammenhang mit den Praterkontrollen, dass der Gutachter, der einmal jährlich die Kontrollen an den Fahrgeschäften durchführt, von den Betreibern selbst ausgewählt werden darf. Seit vielen Jahren ist im Prater ein mittlerweile 78-jähriger Sachverständiger mit Sitz in der Innenstadt am Werk. Der Praterverband erklärt dies damit, dass es nicht so viele Experten für Vergnügungsparks gebe und der Mann eben seit vielen Jahren in die Materie eingearbeitet sei.

Widersprüche

Vorwürfe ehemaliger Angestellter, der technische Experte würde nicht penibel prüfen, weist dieser über seinen Anwalt von sich: „Bei diesen Kontrollen und Überprüfungen handelt es sich um mehr als bloß oberflächliche ‚Augenschein-Begutachtungen‘, sondern um fach- und sachgerechte Überprüfungen. Es gibt dabei keinen allgemeinen Katalog, welcher abzuarbeiten wäre, da jede Anlage anders aufgebaut ist und die notwendigen Sicherheitseinrichtungen an die Anlage angepasst sind.“

Sein Rechtsvertreter teilt uns außerdem mit, dass sein Mandant neben dem Riesenrad „zahlreiche Rundfahrgeschäfte“ überprüfe und dort „gleichfalls Funktionskontrollen und Kontrollen aller Sicherheitseinrichtungen sowie, wenn notwendig, Ultraschallüberprüfungen“ durchführe.

Diese Statements überraschen doch einigermaßen. Denn die heutige Betreiberin des Extasy teilt mit, dass der gerichtlich beeidete Sachverständige „mit der Sicherheitstechnik nichts zu tun“ habe. Er sei „der Sachverständige für den jährlichen Statikbefund“.

Die ominöse Überbrückung

Widersprüchliche Aussagen gibt es auch im Zusammenhang mit dem tödlichen Unglück im Frühjahr 2010. Die damalige Betreiberin bestreitet heute, dass eine sogenannte Bügelsicherung überbrückt worden sein könnte. Soll heißen: Der Verunglückte könne gar nicht aus der Gondel gefallen sein. Ihre Nachfolgerin wiederum meint, dass eine Überbrückung des Sicherheitssystems grundsätzlich möglich sei. Bei Reparatur- oder Reinigungsarbeiten konnte somit der Fahrbetrieb gestartet werden, ohne dass vorher immer ein Bügeltest durchgeführt werden musste.

Sollte ein Mitarbeiter an der Kasse, der auch das Fahrgeschäft in Betrieb setze, in das Kontrollsystem eingegriffen haben, dann wäre das eine missbräuchliche Verwendung gewesen. Seit 2016 sei dieser Eingriff in das System laut der Extasy-Chefin jedoch nur mehr mittels Passwort möglich. Nur ein Techniker und sie selbst hätten dafür die Berechtigung.

Noch verwirrender wird es, wenn man sich die Stellungnahme des Sachverständigen vor Augen führt: Die Bügelsicherung sei Gegenstand seiner Prüfung gewesen. Eine „allfällige Überbrückung“ wäre ihm „bei einer technischen Überprüfung jedenfalls aufgefallen“.

Hinter den Fassaden

Interessant erscheint neben der Kontrollpraxis die Frage, ob die Stadt Wien überhaupt so genau wissen will, was im Prater vor sich geht. Den Eindruck, dass das nicht der Fall ist, könnte man auch deshalb gewinnen, weil man, wenn man die Stadt nach dem aktuellen Stand der Besitz- und Pachtverhältnisse im Vergnügungsareal fragt, von den Behörden im Kreis geschickt wird. Schon in den Wintermonaten war uns im Zuge erster Recherchen aufgefallen, dass sich hinter den Fassaden der Schausteller durchaus geräumige Wohneinheiten befinden, die offensichtlich ganzjährig bewohnt werden. Das seien „Betriebswohnungen“, betont der Chef des Praterverbandes, schließlich müssten die Betreiber ihre Betriebe überwachen. Alles in allem keine attraktive Wohngegend, ergänzt der Prater-PR-Mann, und was eine Villa sei, das sei doch immer eine Definitionsfrage. Stimmt. Einigen wir uns darauf: Im Prater versteckt sich beispielsweise eine „Betriebswohnung“ mit Indoorpool und Jacuzzi.

Bilder: Christine Grabner/Addendum

Dieser Artikel wurde zuerst veröffentlicht unter https://www.addendum.org/prater/kontrolle/

Wien – Der Tote vom Prater

Prater Vergnügungspark

Aufreger um Wien – Der Tote vom Prater

Robert Pichler hat sein halbes Leben im ältesten Vergnügungspark Europas verbracht. Der ehemalige Schausteller lüftet ein lang gehütetes Geheimnis um einen Unfall im Karussell. Ihn treiben sein schlechtes Gewissen und die Sorge um die Sicherheit der Fahrbetriebe.

Der Tote vom Prater

Es geschieht am Karsamstag des Jahres 2010, gegen 23 Uhr. Plötzlich schlägt ein Mann vor dem Kassahäuschen des Wiener Praterbetriebs Extasy auf. Der 34-Jährige ist schwer verletzt, Augenblicke später tritt der Tod ein. Die Betreiberin des Fahrgeschäfts will mit dem Unfall nichts zu tun haben. Der Kassawart, der das Karussell bedient, fühlt sich unter Druck gesetzt und erzählt die Geschichte, wonach der Tote schwer alkoholisiert in das Fahrgeschäft gelaufen, von den Gondeln erfasst und dabei tödlich verletzt worden sei. Der Amtsarzt schenkt ihm Glauben, die Polizei stellt keine vertiefenden Ermittlungen an. In den Morgenstunden kommt der Leichenwagen, am Vormittag geht der Betrieb wieder weiter. Als wäre nichts geschehen.

Heute berichtet Robert Pichler, der 18 Jahre lang, bis ins Jahr 2015, den Startknopf des Überkopfkarussells gedrückt hat, von schweren Sicherheitsmängeln, die es viele Jahre gegeben haben soll. Die Vertuschung dieser Sicherheitsmängel habe – laut dem ehemaligen Pratermitarbeiter – den jungen Mann, der in einem Wiener Männerwohnheim Obdach hatte, das Leben gekostet.

Der Ex-Schausteller Pichler bereut seine damalige Aussage gegenüber Polizei und Medien. Der Unfall lasse ihm noch immer keine Ruhe. Die öffentliche Richtigstellung hat keine juristischen Folgen für ihn, der Vorfall ist verjährt.

Die heutige Betreiberin, die den Betrieb Jahre nach dem Unfall von ihrer Mutter übernommen hat, widerspricht der Darstellung ihres ehemaligen Mitarbeiters und weist alle Vorwürfe zurück. Wenn überhaupt, dann sei Kassawart Pichler an allem schuld: „Wenn er nunmehr behauptet, der Mann sei nicht über den Zaun gesprungen, sondern aus der Gondel gefallen, so behauptet er damit eigentlich Unglaubliches und dass er gegenüber der Polizei zum Unfallhergang gelogen hat, sich vor Fahrtantritt nicht versichert hat, dass die Fahrgäste ordnungsgemäß sitzen und sich niemand auf der Fahrbahn befindet.“

Addendum wollte von der Wiener Landespolizei wissen, wie sich der Unfall aus ihrer Sicht darstellt und ob es Unterlagen dazu gebe. Ein Sprecher verwies an die Staatsanwaltschaft, nach so langer Zeit sei diese zuständig. Die Staatsanwaltschaft konnte keine Akten zu dem Praterunfall finden. Nur bei einem Anfangsverdacht der Polizei würde diese überhaupt Meldung an die Behörde machen. Anscheinend hat es einen solchen nie gegeben. Das deckt sich mit damaligen Medienberichten, nach denen die Polizei schon kurz nach dem Unfall Fremdverschulden und ein technisches Gebrechen ausgeschlossen habe.

Bild: Christine Grabner/Addendum
Dieser Artikel wurde zuerst veröffentlicht unter https://www.addendum.org/prater/todesfall-extasy/